Schwarze Witwe

Die Werkreihe „Schwarze Witwe“ beschäftigt sich mit der vielschichtigen Beziehung zwischen Identität, Verführung und verborgener Persönlichkeit. Im Mittelpunkt stehen Frauenfiguren, deren schwarze Masken zugleich Schutz, Geheimnis und Inszenierung sind. Sie verdecken das Gesicht, lenken den Blick auf Körpersprache und Gestik und eröffnen dem Betrachter einen Raum für eigene Assoziationen. In den Jahren 2014 bis 2016 ist eine Serie entstanden aus ausdrucksstarken Aquarellen in charakteristischer Mischtechnik, die figurative Präzision mit symbolischer Bildsprache verbindet.

Die Auswahl der Werke vereint unterschiedliche Facetten weiblicher Präsenz und Ausdruckskraft. Intime Porträts wechseln sich mit erzählerischen Szenen ab, in denen Nähe und Distanz, Stärke und Verletzlichkeit sowie Schönheit und Rätselhaftigkeit in ein spannungsreiches Gleichgewicht treten. Wiederkehrende Elemente wie die schwarze Maske, Spiegelungen und ornamentale Hintergründe schaffen eine visuelle Verbindung zwischen den einzelnen Arbeiten und verleihen der Serie ihren unverwechselbaren Charakter.

Jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte und lädt dazu ein, hinter die sichtbare Oberfläche zu blicken. Die Werkreihe versteht die Maske nicht als Mittel der Verbergung, sondern als künstlerisches Symbol für die vielen Rollen, die Menschen im Laufe ihres Lebens einnehmen. Zwischen Realität und Inszenierung entsteht so eine Bildwelt, die Fragen nach Identität, Selbstwahrnehmung und der Wirkung des Verborgenen auf eindrucksvolle Weise erfahrbar macht.